
Sammlung Gretel Haas-Gerber
Gretel Haas-Gerber (1903-1998) zählt zu den bedeutendsten südwestdeutschen Künstlerinnen der figurativrealistischen Kunst im 20. Jahrhundert. Das Frühwerk entfaltete sich zwischen Neuer Sachlichkeit und expressivem Realismus. Die Ablehnung ihrer ausdrucksstarken Bildniskunst durch die Nationalsozialisten führte zum Rückzug der Künstlerin in die Familie. Nach langer Unterbrechung wandte sich Gretel Haas-Gerber in den 50er Jahren wieder der Kunst zu, begann 1969 ein zweites Kunststudium. Gesellschaftlichpolitische Themen kennzeichnen ihre Kompositionen im Stil des neuen kritischen Realismus.
1985 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, knüpfte Kontakte zur jüngeren Künstlergeneration, arbeitete kontinuierlich weiter und entwickelte ein außergewöhnliches Alterswerk. Ein Jahr vor ihrem Tod erhielt sie den „Maria-Ensle-Preis“ der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Gretel-Haas-Gerber-Stiftung
1998 schenkte die Familie der Stadt Offenburg den Kernbestand des künstlerischen Werks von Gretel Haas-Gerber. Die Stadt verpflichtete sich, für das Werk Sorge zu tragen, es zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Seit der Überblicksschau „Ich und die Welt“ 2007 gab es zahlreiche Themen- und Jahresausstellungen, die das Werk in seiner Vielfalt präsentierten. 2013 hat Professor Dr. Heidrun Kaupen-Haas, eine Tochter der Künstlerin, weitere Gemälde und Zeichnungen in die Gretel-Haas-Gerber-Stiftung eingebracht. Zweck der Stiftung ist die Förderung und Sicherung des künstlerischen Nachlasses. Es ist ausdrücklicher Wunsch der Stifterin, dass Werke, die sich in der Gretel-Haas-Gerber-Stiftung befinden, der kunstinteressierten Öffentlichkeit auch zum Erwerb angeboten werden. Das Werk dieser großen Tochter der Stadt soll so noch stärker präsent werden.
2014 fand eine Retrospektive der Zeichnungen in der Städtischen Galerie Offenburg statt. Der Katalog stellt das zeichnerische Werk Gretel Haas-Gerbers vor und ergänzt den 2007 erschienenen Band zur Malerei. Beide Bände bieten, gemeinsam in einem Schuber, einen vorzüglichen Gesamtüberblick über das Werk.
Weitere Einblicke zu Gretel Haas-Gerber erhält man auf der eigens eingerichteten Webseite. Diese fungiert auch als Online-Werkverzeichnis.



