Skulpturen am Mühlbach

 

Werner Pokorny: Endlos, 2007

 
Die Skulptur "Endlos" des Bildhauers Werner Pokorny befindet sich seit dem Jahr 2016 an seinem heutigen Standort am Mühlbach. Es handelt sich um eine Dauerleihgabe des MediClin, vor dessen Eingang das Werk von 1997 bis 2012 stand. 
 
Die aus Cortenstahl geschaffene Skulptur beeindruckt durch ihre imposante Größe. Die Arbeit erstreckt sich über eine Länge von 12 Metern und misst an der höchsten Stelle 6,50 Meter. In seinem Werk greift der Künstler die Umrisslinie eines Hauses auf, dass sich abwechselnd in aufrechter und auf den Kopf gedrehter Ausrichtung aneinanderreiht und wiederholt. Das Motiv des Hauses steht als Symbol für Behausung und Schutz. Gleichzeitig erinnert es an das Leben in der Stadt. Im Schaffen von Werner Pokorny gilt der Mensch als Bezugs- und Ausgangspunkt. Die Betrachter*innen sollen mit dem Werk agieren und es aus verschiedenen Blickwinkeln entdecken.
 
Werner Pokorny studierte von 1971-1976 an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Er gehörte zu den bedeutendsten Künstler*innen im deutschen Südwesten. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und finden sich an einer Vielzahl von Plätzen im öffentlichen Raum. Mit der Lehre an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1998-2013) und der Vergabe des Werner-Pokorny-Preises (seit 2015) prägte der Künstler maßgeblich eine Generation von jungen, aufstrebenden Kunstschaffenden.
 
 

Armin Göhringer: Ohne Titel, 2004

 
 
Charakteristisch für die Arbeiten des Künstlers Armin Göhringer ist die reliefartige Anmutung. Seine zeichnerische Formensprache überträgt er von seinen Holzarbeiten auf die Außenraum-Skulpturen in Eisengus. Es geht vor allem um das Spannungsverhältnis zwischen horizontalen und vertikalen Linien, die das Ausloten zwischen „Streben und Kraft“ sowie „Stille und Ruhe“ aufzeigen. Die Skulpturen wirken wie im Raum gezeichnete Liniengebilde. Das Licht, das durch die behutsam herausgesägten Bereiche eintritt, ist ein bildnerisches Element der Werke.
 
„Die Auseinandersetzung mit der senkrechten und waagerechten Linie führte zu einer Reduktion, zu einer Vereinfachung der Werke, zu schlichten, einfachen Lösungen. Kein Verschönern, keine Zierde, keine spektakulären Bewegungen und Formen, nichts unnötig Buntes mehr. Dafür aber Konzentration, Wesentliches, Zielgerichtetes, Kraft und Ruhe“, - so ein Zitat Göhringers.  
 
Armin Göhringer studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Seine Skulpturen werden regelmäßig auf den Kunstmessen in Köln, Zürich, Karlsruhe, Amsterdam, Düsseldorf und Brüssel präsentiert. Er erhielt zahlreiche Aufträge für Kunst-am-Bau-Projekte und Werke im öffentlichen Raum. Armin Göhringer lebt in Zell am Harmersbach im Schwarzwald.
 
 
 

Jürgen Knubben: Große Rundsäule, 2024

 
Gegenüber der Villa Bauer steht die Arbeit „Große Rundsäule“ von Jürgen Knubben, welche im Jahr 2024 entstand. Die ca. 3,50 m hohe Arbeit zeigt eine für den Künstler typische Gestaltung. Die schlanke, nach oben wachsende Zylinderform wurde durch schräge Schnitte in fünf einzelne Teile zerlegt, welche anschließend leicht versetzt und überlappend wieder zusammengesetzt wurden. Die starre Form wird so überraschend unterbrochen und spielt mit dem Gegensatz zwischen der Leichtigkeit der Gestalt und der Schwere des Materials aus dem die Säule geschaffen ist. Die runden Formen bilden einen schönen Kontrast und fügen sich gleichzeitig harmonisch in den Dreiklang der Skulpturen entlang des Gewässern.
 
Die Bildsprache des Bildhauers Jürgen Knubben ist klar, sie konzentriert sich auf das Wesentliche und folgt dem Prinzip der Reduktion, ohne streng zu wirken. Die Grundlage bilden geometrische Formen wie Kreise, Ellipsen, Drei-, Vier- und Vielecke, aber auch Körper wie Kugeln, Zylinder, Würfel, Quader und Pyramiden. Die Materialität ist wichtig bei allen Arbeiten von Jürgen Knubben, die Veränderungen durch die Witterung, das wechselnde Licht geben dem korridierenden Cortenstahl immer wieder aufs Neue eine spannende Erscheinung in Rot-, Orange- oder Brauntönen, die das Ganze dynamisch macht.
 
Jürgen Knubben, 1955 in Rottweil geboren, ist seit 1973 als Bildhauer tätig. Seine Werke sind Teil zahlreicher öffentlicher und privater Sammlungen. Jürgen Knubben lebt und arbeitet, auch als Kurator und Kunstvermittler, in Rottweil.